Gemeinde Waldbrunn

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Zahlen & Daten

  • Einwohnerzahl: 643 (Stand 31.12.2015)
  • Gemeinde-Zusammenschluss: 1973
  • Gemarkungsfläche: 737 ha
  • Bauflächen: 36 ha
  • Landwirtschaftsfläche: 382 ha
  • Waldfläche: 302 ha
  • Höhe: ca. 410 - 468 m über NN
  • Besonderheiten: Kneippanlage, historische Brunnenanlage
  • Hier finden Sie: Frisörgeschäft, Getränkehandel, Kosmetikangebot, Lebensmittelladen und weitere Dienstleistungsunternehmen
Giraffe in Schollbrunn
Giraffe in Schollbrunn

Geschichte

Name und Gründung

Der Ortsname taucht 1364 gleichzeitig in den Formen Schalbrun und Schalbrone auf. Ob der Ortsname von einer "schallenden", d. h. mit Geräusch hervortretenden Quelle hergeleitet werden kann oder ob das althochdeutsche Wort "scoldin" = gesund, heilig (gesundes Wasser, Gesundbrunnen) bei der Namensgebung eine Rolle spielte, lässt sich nicht mehr sagen. Vermutlich ist auch Schollbrunn eine Gründung der Herren von Zwingenberg. Der Ort wurde allerdings im 14. Jahrhundert aus dem Komplex der zwingenbergischen Dörfer herausgelöst und kam in den Besitz der rheinischen Pfalzgrafen.

Er zählte danach zur Kellerei (= Unteramt) Eberbach. Nach einer anderen Theorie geht die Gründung auf Mönche aus dem Kloster Mosbach zurück, die von Neckargerach aus den Wald rodeten und eine Kapelle (Wallfahrtskirche?) erbauten. Soweit schriftliche Unterlagen zurückreichen, standen alle Herrschaftsrechte der Kurpfalz zu. Aus diesem Grund fehlen auch die zwingenbergischen Schwanenhälse im ehemaligen Dorfwappen.

Pfarrei

Wahrscheinlich zeitgleich entstanden in Schollbrunn und Strümpfelbrunn die Kirchen. Von dem mittelalterlichen Kirchenbau ist noch der wuchtige Chorturm erhalten. Er trägt in seinem Innern die Jahreszahl 1367. Die Wände und Decken der Chorraums sind mit Fresken aus dem späten 13. Jahrhundert und aus der Zeit um 1400 bemalt. Sie wurden bei Instandsetzungsarbeiten Mitte der 50er Jahre entdeckt und freigelegt. Das Langhaus erhielt in den Jahren 1736-1739 seine heutige Gestalt, ebenso bekam damals der Turm sein glockenförmiges Dach. Die Schollbrunner Pfarrei war eng mit der von Neckargerach verbunden.

Bis weit ins 19. Jahrhundert blieb Schollbrunn - von einigen kurzzeitlichen Ausnahmen abgesehen - Filialkirche von Neckargerach. Auch war Schollbrunn in den konfessionellen Wirren nach der Reformation für die Evangelischen auf dem Winterhauch zeitweise einziger Kirchort. Auch die Katholiken wurden bis ins 19. Jahrhundert von Neckargerach aus betreut. 1778 wurde an das bereits bestehende katholische Schulhaus ein Kapellenraum angebaut. Durch einen Umbau in den Jahren 1982-1984 entstand aus beiden Gebäudeteilen die heutige Kapelle. Sie ist Filiale der Strümpfelbrunner Pfarrei.

Wappen

Schollbrunn führt in seinem Wappen in Silber auf grünem Boden (heraldisch) rechts einen natürlichen Laubbaum und eine roter Schöpfbrunnen. Schollbrunn, das ehemals zur pfälzischen Kellerei Eberbach gehörte, also eine andere historische Wurzel hat, besitzt ein (auf den Ortsteil bezogenes) "redendes Wappen", einen Schöpfbrunnen. Das Wappenbild wurde 1913 vom Generallandesarchiv festgelegt.

Der Laubbaum kann als Bezug auf die ländliche Lage gedeutet werden. Der Begriff "heraldisch" bedeutet: Das Wappen ist spiegelverkehrt zu betrachten, da es im Siegelstempel spiegelverkehrt geschnitten ist.

Weitere Informationen

Haus der Geschichte BW

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg beschäftigt sich mit der Geschichte von Baden, Württemberg und Hohenzollern seit 1800.

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Weitere Informationen

Das Wort "Wappen" stellt die niederdeutsche Sprachform des Wortes "Waffen" dar. Es tauchte erstmals im 12. Jahrhundert in der speziellen Bedeutung von "Waffenzeichen" auf. Die ersten Wappen sind Zeichen mit Fernwirkung, die auf Schild, Helmen, Rüstungen, farbigen Bannern und Pferdedecken angebracht wurden.

Als umfassende Kulturerscheinung verbreitete sich das Wappenwesen sehr schnell über die Kreise des Adels hinaus, und schon im 15. Jahrhundert lassen sich sehr viele bürgerliche Wappen nachweisen.