Gemeinde Waldbrunn

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Zahlen & Daten

  • Einwohnerzahl: 388 (Stand 31.12.2015)
  • Eingemeindung: 1975
  • Gemarkungsfläche: 874 ha
  • Baufläche: 20 ha
  • Landwirtschaftsfläche: 179 ha
  • Waldfläche: 647 ha
  • Höhe: ca. 502 - 530 m über NN
  • Sehenswürdigkeiten: Kurpark, Mülbener See, Privatmuseum mit der Ausstellung "Landwirtschaftliche Arbeitsgeräte aus früheren Zeiten"
  • Besonderheiten: Kurgestüt Hoher Odenwald: Deutschlands erste und größte Stutenmilchfarm mit Hofladen, Segelflugplatz: Segelfliegen
Alte Apfelquetsche Mülben
Alte Apfelquetsche Mülben

Geschichte

Name und Gründung

Alle Ortsnamen der heutigen Gemeinde Waldbrunn stehen im Zusammenhang mit einem Gewässer. Bei Mülben ist dies allerdings erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Frühere Ortsnamen waren Mul(wen) Milwen und Mülwer. Letzteres bedeutet Mühlwehr. Östlich des heutigen Dorfes hatte man den Bach gestaut, um mit dem Wasser eine Mühle treiben zu können. Wahrscheinlich war sie der Anfang von Mülben.

Das Dorf Mülben wurde vermutlich im 13. Jahrhundert von den Herren von Zwingenberg gegründet. Der Ortsname ist seit 1286 als Personenname gesichert, das Dorf urkundlich seit 1328. Bereits 1474 bestand der Ort aus 16 Häusern mit ungefähr 80 Einwohnern. Besonders schwer betroffen wurde Mülben im Dreißigjährigen Krieg. Bis auf vier Scheunen und drei Häuser lag am Ende des Krieges alles in Schutt und Asche. 17 Jahre lang soll Mülben unbewohnt gewesen sein.

Aufschwung und Pfarrei

Neuen Aufschwung nahm Mülben, als sich ab 1661 Schweizer Kolonisten hier niederließen und Grundbesitz erwarben. Sie waren durch Kurfürst Karl Ludwig geworben worden, der das nach dem Krieg das entvölkerte Land wieder zu besiedeln trachtete. Besonders viele Siedler kamen aufgrund ihres reformatorischen Bekenntnisses aus der Schweiz. Drei von ihnen erwarben in Mülben Grundbesitz. Ihre Namen waren Abraham Krieg, Benedict Rottermann und Christian Hadorn. Die Namen Krieger und Hagendorn dürften auf diese Schweizer Kolonisten zurückgehen.

Auch die im Volksmund noch gebräuchliche Bezeichnung "Kleine Schweiz" für Mülben sowie die Straßenbezeichnung "Schweizer Straße" erinnern an die Einwanderer. Mülben gehörte immer zur Pfarrei Strümpfelbrunn. Strümpfelbrunn war auch Schulort für die Mülbener Kinder. Erst 1763 wird eine Winterschule erwähnt. 1839 wurde das erste Schulhaus erbaut, das seinen Zweck bis zur Fertigstellung des Schul- und Rathauses 1908 erfüllte.

Zenten

Östlich von Mülben, aber noch innerhalb der Gemarkungsgrenze, kann man im Wald nach Wagenschwend noch Reste eines Doppelwalls mit Graben ausmachen. In Karten findet sich hierfür gelegentlich die Bezeichnung "Heerhag". Es handelt sich um die ehemalige Grenze zwischen der Zent Eberbach und der Zent Mudau. Die im Hochmittelalter entstandenen Zenten waren Gerichtsverbände und Verwaltungsbezirke. Den Zenten oblag die Abwicklung von Strafsachen. In erster Linie hatten sie Bedeutung als Hochgericht, mit der Kompetenz bis zur Verhängung der Todesstrafe. Eine weitere Aufgabe war, in Kriegszeiten dem Landesherrn ein Kontingent von wehrtüchtigen Zentangehörigen nebst Wagen und Gerätschaften zur Verfügung zu stellen ("sog. Reispflicht").

Unsere Dörfer gehörten alle zur Zent Eberbach. Da die Zent Eberbach zum Territorialbereich der Kurpfalz gehörte, die Zent Mudau aber zum Herrschaftsgebiet von Kurmainz zählte, war die Zentgrenze hier gleichzeitig Landesgrenze, was die Befestigung mit Wall und Graben sowie einem Wachhäuschen beim Straßendurchlass erklärt.

Ober- und Unterferdinandsdorf

Zu Mülben gehörten auch die ehemaligen Ortschaften Ober- und Unterferdinandsdorf, die um 1720 gegründet wurden. Ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse führten bereits in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts zur Abwanderung der Bewohner. 1850 erfolgte amtlich die Auflösung. Soweit die Bewohner nicht in Nachbargemeinden oder entfernteren Gemeinden Aufnahme fanden, wurden sie auf Staatskosten nach Amerika geschickt.

Wappen

Mülben führt in seinem Wappen im oberen Teil in der Anordnung 2:1 drei silberne Schwanenhälse mit goldenen Schnäbeln auf blauem Hintergrund. Die Schwanenhälse weißen wie bei den anderen Ortsteilen außer Schollbrunn auf die gemeinsame Zugehörigkeit zum Herrschaftsbereich der Herren von Zwingenberg hin. Im unteren Teil ist auf einen grünen Zweig einer blau besamten roten Rose mit grünen Kelchblättern ein schwarzer Vogel auf silbernem Hintergrund zu sehen. Die Wappenfarben sind seit 1933 belegbar.

Weitere Informationen

Gemeinde Waldbrunn

Alte Marktstraße 4
69429 Waldbrunn
Fon: 06274/930-0
Fax: 06274/930-230
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Montag, Dienstag
8:30-12:00 und 13:30-16:00 Uhr

Mittwoch
geschlossen

Donnerstag
8:30-12:00 und 13:30-18:00 Uhr

Freitag
8:30-12:00 Uhr

Heimatchronik

Ein Überblick über die ältere Geschichte der Ortsteile der heutigen Gemeinde Waldbrunn findet sich in den Heimatchroniken "600 Jahre Waldkatzenbach", "650 Jahre Oberdielbach mit Unterdielbach" sowie "650 Jahre Schollbrunn."

Herausgeber:
Gemeinde 69429 Waldbrunn
Layout und Druck:
Offsetdruck Sigmund 74838 Limbach-Wagenschwend